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Beatmungspflegeportal - 03.12.2012

Maske statt Tubus: Neuer Trend bei künstlicher Beatmung

Bisher gab es nur eine intensivmedizinische Möglichkeit zur Therapie bei Lungenversagen: das Einsetzen eines Tubus. Hierbei handelt es sich um einen Plastikschlauch, welcher in die Luftröhre eingeführt wird. Der Patient wird künstlich, invasiv beatmet. Diese Methode rettet in Deutschland etwa 20.000 Menschen das Leben. Allerdings können bei länger andauernder Beatmung Lungeschäden und Lungenentzündungen entstehen. Durch die Inaktivität des Patienten kommt es auch häufig zur Muskelschwäche. Ob es zu einer Beatmung kommt, wird durch Blutgaswerte, Röntgenbilder oder Computertomographie entschieden, wenn die Lunge nicht mehr ausreichend Sauerstoff aufnehmen kann.

Neuste Erfahrungen zeigen, dass eine künstliche Lunge diese unterstützt oder gar komplett ersetzt werden kann. Dieses extrakorporale Verfahren führt dem Blut genügend Sauerstoff zu und entnimmt ihm Kohlendioxid. Durch eine spezielle Membran wird dieser Austausch im Blut ermöglicht. Angetrieben wird die künstliche Lunge durch ein Pumpensystem. Die Lunge wird entlastet und die Beatmung kann in manchen Fällen sogar ganz vermieden werden. Davon profitieren Patienten, die bereits Lungenerkrankungen hatten oder vor einer Transplantation stehen. Die Wirksamkeit wurde durch Studien untermauert. Entscheidend ist der Allgemeinzustand des Patienten. So wird der Lunge genügend Zeit gelassen, sich wieder zu erholen und kann heilen. Infektionen, die durch den Tubus entstehen, werden vermieden. Allerdings lässt sich die Beatmung nicht immer verhindern. Dennoch ist das Bestreben, die Patienten möglichst kurz zu intubieren und im besten Falle an eine künstliche Lunge anzulegen.

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