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Beatmungspflegeportal - 12.02.2013

Umfassende Versorgung am Beatmungszentrum des Universitätsklinikums Freiburg

Eine interdisziplinäre sowie lückenlose Versorgung finden beatmungspflichtige Patienten am Universitätsklinikum Freiburg in der Abteilung Pneumologie, die eng mit weiteren Fachbereichen des deutschlandweit drittgrößten Universitätsklinikums zusammenarbeitet. Bereits ab Beginn einer intensivmedizinischen Therapie von Patienten, die anschließend eine Beatmungstherapie außerhalb der Intensivstation benötigen, versorgt die Abteilung die Betroffenen in einer spezialisierten Beatmungsstation und/oder einem akkreditierten Schlaflabor, wobei das Netzwerk „KompetenzNetz Langzeitbeatmung“ den Übergang in den außerklinischen Bereich sicherstellt.

Das Universitätsklinikum Freiburg zählt über 100 Stationen mit über 1.600 Planbetten, behandelt jährlich über 60.000 Patienten stationär sowie täglich über 1.000 Patienten ambulant, und ist somit als Maximalversorger zu verstehen. Ein Schwerpunkt liegt auf der intensivmedizinischen Behandlung schwerstkranker Patienten – inklusive extrakorporaler Lungenersatzverfahren sowie Transplantationsmedizin. Auf dem Weg der Patienten von einer internistischen, chirurgischen, anästhesiologischen, neurologischen oder neurochirurgischen Intensivstation bis hin zur außerklinischen Versorgung, stellt die Abteilung Pneumologie mit ihrem Beatmungszentrum dabei die lückenlose Betreuung von dauerbeatmeten Patienten sicher.

Das Behandlungsteam des Beatmungszen

Die Expertise der Beatmungsmedizin steht so jedem Patienten des Klinikums offen, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Hans-Joachim Kabitz, der die oberärztliche Betreuung des Beatmungszentrums zusammen mit dem leitenden Oberarzt der Abteilung Prof. Dr. med. Stephan Sorichter inne hat. „Gerade nach überlebten schwersten Akutereignissen – wie zum Beispiel einer Lungenentzündung oder einem Herzinfarkt – stellt heute insbesondere bei älteren Patienten die Notwendigkeit einer Beatmungstherapie oft die größte Hürde im weiteren Genesungsprozess dar“, erläutert er weiter. Diese Therapie bedarf einer komplexen Planung und aufwendigen Betreuung in einem großen Behandlungsteam – wie sie am Beatmungszentrum realisiert wird. Dazu unterteilt sich das Zentrum in eine Beatmungsstation, ein zertifiziertes Schlaflabor (zur Diagnostik und Therapie von schlafbezogenen Atmungsstörungen), eine große Hochschulambulanz, eine Lungenfunktionsdiagnostik-Einheit sowie eine Bronchoskopie-Einheit. Die chefärztliche Leitung dieser sowie weiterer Bereiche der Abteilung Pneumologie übernimmt Prof. Dr. med. Joachim Müller- Quernheim.

Das Spektrum der Krankheitsbilder, der invasiv und nicht-invasiv beatmeten Patienten des Beatmungszentrums, umfasst vorrangig internistische oder neurologische Erkrankungen – also insbesondere die chronisch-respiratorische Insuffizienz bei COPD, Muskeldystrophien oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Daneben werden Patienten versorgt, die aufgrund zurückliegender Operationen oder einer Lungen- bzw. Herz-Lungen-Transplantation eine Beatmungstherapie benötigen. Die Spannweite der Kompetenz auf dem Gebiet der Beatmungsmedizin erstreckt sich zudem auf die Akutbeatmung bei akuter respiratorischer Insuffizienz, sowie das sogenannte „prolongierte Weaning“ – also die Behandlung von Patienten, die schwierig von der Beatmungstherapie zu entwöhnen sind.

Erläuterung und Anpassung einer Nasenmaske

Interdisziplinäre Versorgung und kompetente Überleitung

Insbesondere beatmete Patienten, die an Begleiterkrankungen leiden, profitieren von der Einbindung des Beatmungszentrums in die Struktur eines Maximalversorgers, da ihnen sämtliches Expertenwissen verschiedener Fachdisziplinen unmittelbar zur Verfügung steht. So finden beispielsweise Patienten mit Schluckstörungen eine neurologische, logopädische und ergotherapeutische Betreuung sowie eine Betreuung durch einen Facharzt für HNO-Heilkunde. Des Weiteren kann bei Notwendigkeit zur Anlage eines Tracheostomas neben der Dilatationstracheotomie, auf die chirurgische Expertise unterschiedlicher Fachdisziplinen (beispielsweise Thoraxchirurgie oder HNO-Heilkunde) zur Anlage eines plastischen Tracheostomas zurückgegriffen werden. Eine enge Kooperation besteht mit der Abteilung Pädiatrie der Universitätsklinik in Bezug auf neuromuskuläre Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen, die eine Beatmungspflichtigkeit bedingen können. Ebenso gestaltet sich im Hinblick auf schwere neuromuskuläre Erkrankungen im Erwachsenenalter die fallspezifische Zusammenarbeit im interdisziplinären Team mit der Abteilung Neurologie des Klinikums als gewinnbringend für beatmete Patienten. Zudem gewährleistet eine eigenständige Abteilung des Klinikums – in enger Rücksprache mit den Patienten und deren Angehörigen – eine umfassende palliativmedizinische Versorgung und Betreuung.

Um beatmeten Patienten eine fachgerechte Versorgung auch nach dem stationären Krankenhausaufenthalt zu ermöglichen, wurde das Netzwerk „KompetenzNetz Langzeitbeatmung“ gegründet. In regelmäßigen Fallkonferenzen und Teambesprechungen von spezialisierten Fallmanagern, einem Sozialdienst, inner und außerklinischen Pflegekräften, Versorgern, Klinikärzten sowie niedergelassenen Ärzten wird die weitere Betreuung eines beatmeten Patienten im häuslichen oder betreuten Wohnumfeld so fachgerecht organisiert.

Ärztlicher Direktor der Abteilung Pneu -

Stete Weiterentwicklung und Forschung für beatmete Patienten
Mit dem Netzwerk „KompetenzNetz Langzeitbeatmung“ und der steten Weiterentwicklung der innerklinischen Prozesse bei der Behandlung von beatmeten Patienten antizipiert das Beatmungszentrum fortwährend die speziellen Patientenbelange. Zudem sind die Experten am Beatmungszentrum führend in der wissenschaftlichen Aufarbeitung spezieller Themen der Beatmungsmedizin. So wird die von Priv.-Doz. Dr. med. Kabitz geleitete Arbeitsgruppe (AG) „Atemphy siologie“ durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die AG widmet sich u.a. der noch wenig erforschten Frage, ob und wie eine Trainingstherapie der Atmungsmuskulatur – parallel zu einer Beatmungstherapie – den klinischen Zustand der Patien ten und ggf. deren Langzeit-Prognose verbessern kann. Im Zuge des Anspruchs an einen ganzheitlichen Therapieansatz für beatmete Patienten hat sich das Zentrum die Erforschung und das bessere Verständnis der Atemmuskelfunktion zu einer wichtigen Aufgabe gemacht.

Oberärztliche Leitung des Beatmungs -

Beatmungszentrum Abteilung
Pneumologie – Universitätsklinikum
Freiburg
Killianstraße 5, 79106 Freiburg
Oberärztliche Leitung: Priv.-Doz.
Dr. med. Hans-Joachim Kabitz
Telefon 0761 • 27037060
Telefax 0761 • 27037040
hans-joachim.kabitz@uniklinikfreiburg.
de
www.uniklinik-freiburg.de