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Beatmungspflegeportal - 13.05.2013

Die Lungenklinik in Lenglern: Zentrum für Beatmungsentwöhnung und Heimbeatmung mit großer Erfahrung und langer Geschichte

Die Lungenklinik in Lenglern war Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts eine der ersten Zentren, die Beatmungsentwöhnung mit Hilfe nicht-invasiver Beatmungsmethoden durchführten und Patienten mit nicht-invasiver Heimbeatmung betreuten. Heute gehört die Klinik mit den Abteilungen Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin zum Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende gGmbH. Die Abteilung Beatmungsmedizin besteht heute aus einer 6-Betten-Intensivstation und einer Beatmungs-Normalstation mit 27 Betten. Die Patienten werden von einem erfahrenen multidisziplinären Team betreut.

 

Geschichte

Ausgehend von grundlegenden Forschungen zur Atemmuskelkraft und Atem muskelinsuffizienz in den 70er und 80er Jahren des vorangegangenen Jahrhunderts entwickelte Prof. Carl-Peter Criée mit Prof. Gerhard Laier-Groeneveld (heute Johanniter Kranken haus Oberhausen) erste Möglichkeiten, chronisch ateminsuffizienten Patienten mit Hilfe von individuell angepassten Nasenmasken und damals noch recht einfachen, großen und schweren Heimbe atmungsgeräten zu helfen. Die Lungen klinik in Lenglern entwickelte sich da durch zu einer der Keimzellen der Heim beatmung in Deutschland und war. Mitinitiator der Arbeitsgemeinschaft Heim be atmung und Respiratorentwöhnung. Daher fand auch der Gründungskongress des Vereins 1997 in Göttingen statt, aus dem sich mittlerweile die Deutsche interdisziplinäre Gesellschaft für außerklinische Beatmung e.V. (DIGAP) entwickelt hat. Seit diesen Anfangsjahren hat sich sowohl die Beatmungsentwöhnung (Weaning) als auch die Heimbeatmung enorm weiterentwickelt. Daher hat sich auch die Abteilung Beatmungsmedizin stetig weiterentwickeln müssen und ist heute ebenfalls eine moderne Abteilung mit einem multidisziplinären Behandlungsteam. Seit 2011 ist Lenglerner-

tifiziertes Weaningzentrum der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsedizin e.V. (DGP).

Die Lungenklinik Lenglern heute

Heute bildet die Lungenklinik in Lenglern das gesamte Spektrum der internistischen Pneumologie ab. Sie verfügt über insgesamt 86 Betten, davon 7 Schlaflaborplätze sowie 6 Betten Intensivstation (Weaningzentrum) und 2 Intermediate-Care-Betten. Die Abteilung verfügt über eine moderne Endoskopie, ein Lungenfunktions- und Atemmuskelfunktionslabor mit der Möglichkeit zur Magnetstimulation der Zwerchfellnerven, einen Ergospirometrie- und Rechtsherzkatheterplatz sowie die notwendige bildgebende internistische Diagnostik. Die Lungenklinik ist zertifiziertes Schlaflabor der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), Teil des neu gegründeten Lungentumorzentrums Deutschland Mitte und des Neuromuskulären Zentrums Göttingen sowie Weaningzentrum der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP).

Lungenklinik im Grünen

Wie viele traditionsreiche Lungenkliniken ist auch die Lungenklinik in Lenglern dezentral vor den Toren Göttingens inmitten einer Grünanlage direkt am Waldrand angesiedelt. Von den naturgemäß häufig deutlich belastungseingeschränkten und chronisch kranken Patienten wird diese Lage seit vielen Jahren geschätzt. Auf dem Gelände des Krankenhauses hat sich in den letzten Jahren ein multidisziplinäres medizinisches Versorgungszentrum etabliert. In Kürze wird der Verbindung des Namens Lenglern zur Heimbeatmung auch dadurch Rechnung getragen, dass sich eine Wohngruppe für schwerstkranke beatmete Patienten auf dem Gelände des Krankenhauses ansiedelt. Die räumliche Nähe zum Stammhaus in Weende ermöglicht den Rückgriff auf alle Möglichkeiten dieses breit aufgestellten modernen Krankenhausstandortes. Außerdem bestehen traditionell gute Kooperationen mit der Universitätsklinik in Göttingen, so dass den zum Teil komplexen Problemen der Patienten in jeder Hinsicht Rechnung getragen werden kann.

Weaningzentrum

Im Rahmen des Weaningzentrums werden schwerst erkrankte, über einen Tubus oder ein Tracheostoma beatmete, intensivpflichtige Patienten von auswärtigen Intensivstationen übernommen, um sie schrittweise von der Unterstützung durch ein Beatmungsgerät zu entwöhnen. Zugrundeliegende chronische Vorerkrankungen und ein langwieriger komplizierter Verlauf sind Gründe für das sogenannte Weaningversagen. Auf der Intensivstation des Weaningzentrums werden solche Patienten langsam stabilisiert und schrittweise auch unter Zuhilfenahme nicht-invasiver Beatmungstechniken von der maschinellen Unterstützung entwöhnt. Dabei hat die Komplexität und Schwere der Erkrankungsbilder in den letzten Jahren deutlich zugenommen, eine Tatsache, der die Abteilung Beatmungsmedizin durch Ausweitung der medizinischen Möglichkeiten stetig Rechnung getragen hat. Heute werden die Patienten durch ein multidisziplinäres Behandlungsteam aus erfahrenen Ärzten, qualifizierten Pflegekräften und Physiotherapeuten, Beatmungsfachkräften, Atmungstherapeutin, Logopädin, Sozialdienst und Pflegeüberleitungsschwester betreut. So gelingt es oftmals, den Patienten eine prognostische Perspektive zu verschaffen, die eine außerklinische Betreuung erst denkbar macht. Für die außerklinische Versorgung ist eine gute Zusammenarbeit mit namhaften Geräteversorgern, Rehabilitationskliniken, Intensivpflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen notwendig.

 

Heimbeatmung

Im normalstationären Bereich werden vorwiegend nicht-invasiv beatmete Patien ten betreut, die ihre Beatmungstherapie im häuslichen Umfeld regelmäßig mehrere Stunden täglich, vorzugsweise nachts, durchführen. Diese bedürfen einer regelmäßigen und sehr persönlichen Betreuung durch die Abteilung Beatmungsmedizin. Dies umfasst sowohl ambulante und stationäre Kontrollen in der Abteilung als auch eine enge Kommunikation im häuslichen Bereich zwischen den Mitarbeitern der Abteilung Beatmungsmedizin, den Patienten, Geräteprovidern, betreuenden Personen und Kostenträgern. Bei Akutverschlechterungen ist oftmals eine Aufnahme in die Abteilung Beatmungsmedizin oder die Übernahme aus einer erstversorgenden Klinik notwendig, um den Patienten möglichst rasch wieder in einen stabilen Zustand zu versetzen und damit die Entlassung ins häusliche Umfeld zu gewährleisten. Leiter der Abteilung Beatmungsmedizin und des Weaningzentrums ist seit 2008 Oberarzt Dr. Helmut Holle. Die Vielfalt der behandelten Erkrankungsbilder, deren gemeinsamer Endpunkt die Atemmuskelerschöpfung ist, bedingt ein umfangreiches interdisziplinäres Wissen und einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit anderen Disziplinen. So bestehen Überschneidungsfelder mit Neurologie, Pädiatrie, verschiedenen Dis ziplinen der Inneren Medizin, Orthopädie und Chirurgie. Aber auch der Erfahrungsaustausch mit Fachgesellschaften und Selbsthilfeorganisationen wie z. B. der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) ist für eine gute Betreuung der Patienten wichtig.

 

Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende gGmbH, Standort Lenglern

Abteilung Pneumologie, Beatmungs-und Schlafmedizin

Pappelweg 5

37120 Bovenden-Lenglern

 

S. Stadie, Stationsleitung, Dr. Helmut Holle, Oberarzt

Telefon 0551 · 5034-2451

Telefax 0551 · 5034-2452

Beatmungsmedizin@ekweende.de

www.ekweende.de/beatmungsmedizin