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Beatmungspflegeportal - 27.08.2012

Casemanagement aus der Sicht eines systemisch geschulten Atmungstherapeuten

Casemanagement aus der Sicht eines systemisch geschulten Atmungstherapeuten

Der Behandlungsverlauf und die Bewältigungsformen von Patienten in der außerklinischen Intensivpflege stellen eine besondere Herausforderung an die Gesamtorganisation der damit verbundenen Arbeit dar.

Im Prozess der Krankheitsbewältigung wir ken professionelle Helfer, aber insbesondere auch das soziale Umfeld bzw. die Familie des Erkrankten mit. Ein familienzentriertes Pflegekonzept stellt deshalb nicht nur den Patienten, sondern das gesamte Familiensystem ins Zentrum. Casemanagement aus der Sicht eines systemisch geschulten, d.h. in der familienzentrierten Pflege ausgebildeten Atmungstherapeuten steht für einen Fokuswechsel in der außerklinischen Intensivpflege. Systemische Beratungs kom petenzen für das Casemanagement, wie sie u.a. von Zwicker-Pelzer (2011) ausformuliert wurden, lassen den Atmungstherapeuten über „den Tellerrand hinausblicken“. Durch ein familienspezifisches Handlungswissen, das in der Begleitung und Beratung des Klienten und pflegenden Angehörigen praxisrelevant umgesetzt wird, ist interdisziplinäres Agieren mit anderen Professionen erst möglich. Im familienzentrierten Pflegemodell von Wright und Leahey (2009) werden Rahmenbedingungen zur Einschätzung von Familien, Assessments wie das Geno- und Ökogramm sowie Interventionsmethoden formuliert, die sich aus den langjährigen Erfahrungen der Familienthera pie begründen. Casemanagement unter Einbezug der systemisch orientierten familienzentrierten Pflege lässt sich als ein wertschätzender und für das jeweilige Klientensystem lösungs- sowie ressourcenorientierter Prozess verstehen. Hierbei geht der Atmungstherapeut von folgenden Annahmen aus:

1. Die Pflege in der außerklinischen Intensivversorgung schließt immer die Familie und die vernetzten Systeme der Umwelt mit ein.

2. Außerklinische Intensivpflege lässt sich auch immer als ein Beitrag zu einem stabilen, gesundheitsförderlichen Familiensystem verstehen.

3. Individuelle Pflege und die Pflege der Familie sind kaum unterscheidbar.

Für den Casemanagementprozess sollte der Atmungstherapeut folgende systemische Kernkompetenzen aufweisen:

1. Die Geno/- und Ökogrammarbeit

2. Die Arbeit mit Hypothesen – hypothesengeleitete Handlungspläne entwickeln

3. Wertschätzung und Allparteilichkeit als grundsätzliche Haltung in der systemischen Beratung kennen

4. Die Methoden der lösungs- und ressourcenorientierten Beratung anwenden können

5. Die kollegiale Beratungsmethode in interdisziplinären Teams anwenden und moderieren können, insbesondere die Methode des „Reflecting-Teams“.

 

René Limberger M.A., M.Sc.

Kontakt ISPM:

Institut für System-Pflege-Management

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