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Beatmungspflegeportal - 06.08.2012

Akademisierung von Gesundheitsfachberufen

Es wurde bereits öfter eine Akademisierung der Gesundheitsfachberufen gefordert worden. Allerdings sträuben sich die Mediziner und die Ärztekammern dagegen. Jedoch geben sie keinerlei spezifische Gründe für ihre Haltung an, sondern wehren sich eher grundsätzlich vor diesen Neuerungen. Im europäischen Ausland ist dies bereits Standard angesichts der gestiegenen Anforderungen an die Pflegeberufe. Der Wissenschaftsrat der drei deutschen Pflegeforschungsverbünde hat die vier wichtigsten Gründe für eine Professionalisierung der Gesundheitsfachberufe genannt.

Als erstes überwiegt der Nutzen für die Patienten. Die Versorungsqualität in Krankenhäusern und anderen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen wird durch qualifiziertes Personal gesteigert. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass es eine bedeutsame Verknüpfung zwischen der Anzahl von Pflegefachexperten und der Menge von Harnwegsinfektionen, Pneumonien und Thrombosen gibt. Zum Zweiten braucht eine qualitativ hochwertige und moderne Pflege auch ein ebenso qualifiziertes Personal. Dieses muss auch eine wissenschaftliche Schulung haben. In anderen europäischen Ländern ist der Stellenwert der Gesundheitsfachberufe durch die Akademisierung und Qualifizierung gestiegen. Der Bedarf an hochschulgebildeten Pflegekräften wächst auch hier in Deutschland. Der dritte Grund ist die Interdisziplinität. Die Stundenten lernen professionsspezifisches mit professionsübergreifendem Wissen zu verknüpfen. So wird medizinisches, pflegerisches und weiteres gesundheitsberufliches Fachwissen vermittelt. So wird die Pflege insgesamt verbessert. Nummer Vier ist die Möglichkeit neue Kooperationen des Gesundheitsfachberufe zu knüpfen. So kann die sektoriale Gliederung aufgehoben werden und neue Zuständigkeiten zugeordnet werden. Das heutige Versorgungssystem befindet sich im Wandel und die Pflege orientiert sich an den neuen Erfordernissen.

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