Samstag 21.07.2018 15:37
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Beatmungspflegeportal - 17.06.2018

Medikamentöse Möglichkeiten zur Behandlung der COPD

Verschiedene medikamentöse Optionen zur Therapie von COPD wird Univ.-Prof. Dr. med. Gernot G.U. Rohde von der Medizinischen Klinik 1 am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität in seinem Vortrag auf dem Symposium Lunge 2018 vorstellen.

Die medikamentöse Therapie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) orientiert sich an der Stadien-Einteilung der COPD des Patienten. Die aktuellen Empfehlungen sehen zunächst die Bestimmung des Schweregrades der Atemwegsverengung (Atemwegsobstruktion) vor, wobei vier Grade - von leicht (FEV1 > 80%), mäßig (FEV1 ? 50% - < 80%), schwer (FEV1 ? 30% - < 50%) und sehr schwer (FEV1 < 30%) - unterschieden werden.

Weiterhin sollen die Symptome objektiv erfasst werden, z.B. mittels mMRC oder CAT-Score und die Anzahl und Schwere eventuell vorangegangener Exazerbationen. Therapieempfehlungen beziehen somit vor allem die Symptomlast und das Exazerbationsrisiko mit ein. Ziele der medikamentösen Therapie sind die Verminderung von Symptomen, der Häufigkeit und Schwere von Exazerbationen und die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und des Gesundheitsstatus.

In den letzten Jahren hat sich viel getan bei den Bronchodilatatoren, der Kombinationstherapie und auch im Bereich der entzündungshemmenden Therapieformen:

Bronchodilatatoren
Bei den atemwegserweiternden Medikamenten (Bronchodilatatoren) werden vor allem kurz- und langwirksame Betasympathomimetika (Beta2-Agonisten, SABA, LABA) sowie kurz- und langwirksame Anticholinergika (Antimuscarinica, Muskarinrezeptorantagonisten, SAMA, LAMA) unterschieden. Es hat sich gezeigt, dass die Kombination der inhalativen Bronchodilatatoren (SABA/SAMS und LABA/ LAMA) stärker wirksam ist als die Einzelsubstanzen bei der Verbesserung der Lungenfunktion und der Symptome. Einige LABA/LAMA Kombinationen reduzieren zusätzlich die Häufigkeit von Exazerbationen, auch im Vergleich zur häufig verwendeten Kombination aus inhalativen Kortikosteroiden (ICS) und LABA.

Inhalative Kortikosteroide
ICS sollen in Kombination erwogen werden, wenn trotz einer adäquaten Behandlung mit langwirksamen Bronchodilatatoren Exazerbationen auftreten. Die gilt auch für die neue sogenannte Tripeltherapie, also einer Kombination aus LABA/LAMA/ICS, wobei diese aktuell die größten Effekte bei der Verbesserung der Lungenfunktion, Symptome, Lebensqualität und der Verminderung von Exazerbationen zeigt.

Phosphodiesterase-4-Hemmer
Ein neues Wirkprinzip stellen die Phosphodiesterase-4-Hemmer (PGE4 Inhibitor) dar. Sie führen zu einer Zunahme von cAMP in den Zellen, was in der Folge zu einer verstärkten Entspannung der Atemwegsmuskulatur und zu einer Verminderung der Atemwegsentzündung führt. Aktuell steht hierzulande zur Behandlung von COPD nur ein Präparat in Tablettenform (Roflumilast) zur Verfügung. Es hat sich allerdings gezeigt, dass in der Praxis häufig Nebenwirkungen im Magen-Darmtrakt und auch ein signifikanter Gewichtsverlust auftreten, was in vielen Fällen zum Absetzen der Therapie führt. Daher werden sie aktuell nur für Patienten, die trotz einer Behandlung mit LABA/ICS oder LABA/LAMA/ ICS Exazerbationen entwickeln, und Symptome einer chronischen Bronchitis sowie eine schwere bis sehr schwere Atemflusseinschränkung aufweisen, empfohlen.

Des Weiteren wird Prof. Rohde in seinem Vortrag auch noch auf Makrolid-Antibiotika, Mukolytika, Alpha-1-Antitrypsin, Opiode und Impfungen näher eingehen.

Quelle: Vortrag von Univ.-Prof. Dr. med. Gernot G.U. Rohde von der Medizinischen Klinik 1 am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, auf dem 11. Symposium Lunge am Samstag, den 1. September 2018 von 9:00-17:00 Uhr in Hattingen (NRW).

Quelle: COPD-Deutschland e.V. und Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland

©Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland