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Beatmungspflegeportal - 15.06.2017

Wachkoma: System soll Patienten helfen, sich zu verständigen

Ärzte gehen meist davon aus, dass Patienten, die im Wachkoma liegen, ohne Bewusstsein sind. Doch in mehr als einem Drittel der Fälle erweist sich das als Fehldiagnose. Die Gehirnforscherin Professorin Dr. Johanna Kißle will dafür sorgen, dass Wachkomapatienten sich mit einfachen Antworten verständlich machen können. Dafür setzt sie auf das EEG, mit dem sich Hirnaktivitäten mittels Elektroden messen lassen. Der sogenannte „NeuroCommTrainer“, der u.a. aus winzigen EEG-Sensoren besteht, hilft dem Patienten dabei, seine Aufmerksamkeit und damit seine Hirnsignale zu lenken. Kißlers Forschungsgruppe testet den NeuroCommTrainer in der Pflegeeinrichtung Haus Elim der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld.

Mitarbeiterin Dr. Inga Steppacher wird mit den Patienten einüben, über Gedankensteuerung Fragen zu beantworten. Die Forscher machen sich eine Besonderheit des Gehirns zunutze: Nimmt ein Patient einen unsinnigen Satz wahr, misst das EEG im Gehirn einen typischen Ausschlag. Dadurch erfahren die Mitarbeiter, ob der Patient die Bedeutung eines Satzes versteht. Erst danach wird das Beantworten mit „Ja“ und „Nein“ eingeübt. Das Forschungsprojekt NeuroCommTrainer wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und läuft drei Jahre bis Mai 2020. Zu den Projektpartnern gehören neben der Universität Bielefeld, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die Evangelischen Hochschule Ludwigsburg und die Messtechnik-Hersteller Easycap (Herrsching in Bayern) und Applied Biosignals (Weener in Niedersachsen).

Quelle