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Beatmungspflegeportal - 23.07.2019

Pneumologische Rehabilitation. Positive Effekte durch Fortsetzung des Trainings zu Hause konservieren

Nach Entlassung aus der Reha sollten Patienten zumindest das Gehtraining zu Hause täglich fortsetzen. Nur so können sie verhindern, dass die während der Reha erzielte körperliche Leistungsfähigkeit mit der Zeit wieder verloren geht. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologieund Beatmungsmedizin (DGP) und geben an, was das Trainingsprogramm zu Hause umfassen sollte.

Für Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen ist die pneumologische Rehabilitation eine nachweislich hilfreiche Therapieform mit hohem Evidenzgrad, die aber leider noch zu wenig genutzt wird, obwohl sie – wie zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen – die folgenden positiven Effekte bewirken kann: Weniger Atemnot, Husten und Auswurf, mehr körperliche Leistungsfähigkeit, weniger krankheitsbegleitende Ängste und Depressionen, sowie ein besseres Allgemeinempfinden und eine Steigerung der Lebensqualität. Nach Entlassung aus der Reha sollten die Patienten aber zumindest das Gehtraining zu Hause täglich fortsetzen. Nur so können sie verhindern, dass die während der Reha erzielte körperliche Leistungsfähigkeit mit der Zeit wieder verloren geht. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und geben an, was das Trainingsprogramm zu Hause umfassen sollte.

Optimales Trainingspaket für zu Hause

Für ein Gehtraining zu Hause wird diejenige Wegstrecke herangezogen, die am Ende des Reha-Aufenthalts vom Patienten innerhalb von 6 Minuten zurückgelegt werden konnte – man spricht auch von der so genannten 6-Minuten-Gehstrecke. „Optimal wäre, wenn die Patienten zu Hause täglich drei Mal 125 Prozent dieser erzielten Gehstrecke zügig zurücklegen“, erklärt Prof. Dr. med. Klaus Kenn, ehemals Chefarzt des Fachzentrums für Pneumologie in der Schön-Klinik im Berchtesgadener Land. Alternativ können sie diese drei Trainingseinheiten auch direkt nacheinander – also an einem Stück - absolvieren. Wenn beispielsweise bei einem Patienten die Gehstrecke in der Reha 400 Meter betrug, ergibt sich daraus ein häuslicher Trainingsumfang von entweder drei Mal 500 Metern oder einmal 1,5 Kilometern pro Tag. Bei regelmäßigem Training können die Betroffenen auf diese Weise ihre körperliche Leistungsfähigkeit nicht nur erhalten, sondern im Lauf der Zeit sogar noch steigern, wobei jeder Meter Verbesserung im 6-Minuten-Gehtest eine konkrete Verringerung ihres Sterberisikos bedeutet.

Alternative Trainingsmethoden

Alternativ zum Gehen lassen sich die Erfolge einer Reha natürlich auch durch andere Trainingsmethoden aufrechterhalten wie z. B. auf dem Fahrradergometer oder durch Teilnahme an einer Lungensportgruppe.„Jeder Schritt zählt und sollte in den Alltag integriert werden – also anstatt zum Zeitungholen z. B. den Aufzug zu benutzen, gerne auch einmal die Treppe nehmen. Selbst wer keine Gelegenheit zu einem dreiwöchigen Rehabilitationsaufenthalt in einer Klinik haben sollte, kann und sollte sich langfristig zu mehr Aktivität entscheiden bzw. sich behutsam aber konsequent an ein höheres Aktivitätslevel als dem bisher gewohnten heranführen. Wichtig ist eine nachhaltige Änderung des Lebensstils hin zu einer aktiveren, gesünderen Lebensweise. Das heißt also nicht nur die Muskeln trainieren - auch im Kopf muss es Klick machen!“, betont Prof. Kenn.

Praxisnachsorgeprogramm bereits in der Reha einüben

Nach Ansicht der Lungenärzte sollten die Betroffenen am besten bereits während ihres Aufenthaltes in der Reha ein entsprechendes Praxisnachsorgeprogramm einüben, damit sie es dann zu Hause sogleich auch selbständig fortführen können. „Das ist bisher leider noch nicht die gängige Praxis, wäre allerdings insbesondere dort erforderlich, wo noch keine ambulanten Nachsorgeprogramme wie zum Beispiel Lungensportgruppen in Wohnortnähe der Patienten angeboten werden“, betont Prof. Kenn.

Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de

 

 

 

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