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Beatmungspflegeportal - 27.01.2015

Neues Projekt zum Einsatz von Flüssigkeitsbeatmung gestartet

Bei der sogenannten Flüssigkeitsbeatmung wird anstelle von Luft eine Flüssigkeitsmischung in die Lunge gepumpt, wodurch hohe Sauerstoffmengen transportiert werden können, während der Druck, der auf der Lunge lastet relativ gering bleibt. Das neue Projekt „Instationärer Gastransport während der Flüssigkeitsbeatmung“ untersucht das Strömungsverhalten in der Flüssigkeit innerhalb der Lunge. So werden wichtige Parameter für die Anwendung in der Medizin erfahren.

Patienten, die Lungenkrank sind können von der Flüssigkeitsbeatmung profitieren, denn der Druck ist weitaus geringer als bei der Überdruckbeatmung. Forscher gehen davon aus, dass mit speziell angereicherten Flüssigkeiten eine Beatmung funktionieren kann. Allerdings ist es bislang noch nicht wirklich eine Alternative in der Akut-Beatmungsmedizin. Momentan wird diese Methode nur bei Frühgeborenen oder schwer lungenkranken Patienten angewandt.

Um den Menschen mit Flüssigkeit zu beatmen wird eine Kohlenwasserstoffverbindung Perfluorcarbon (PFC) in die Lunge gepumpt. Diese Lösung kann im Vergleich zu Wasser das 20-fache an Sauerstoff lösen und viel einfacher in kollabierte Lungenbereiche eindringen und diese wieder zu öffnen, wodurch die Versorgung der ehemals kollabierten Lunge wieder gewährleistet wird.

Allerdings gibt es noch viele unbekannte Punkte, wie u.a. die Verteilung des PFC in der Lunge. Für solche Fragen wurde das Projekt „Instationärer Gastransport während der Flüssigkeitsbeatmung“ ins Leben gerufen. Der Transport von gelöstem Sauerstoff bei der Flüssigkeitsbeatmung soll durch ein Modellversuch untersucht werden, um etwaige Fragen zu klären.

Quelle