
Die Solinger Lungenspezialisten werden nicht nur in ihrer Stadt, sondern auch überregional gerne in Anspruch genommen. In der Klinik für Pneumologie und Allergologie des Krankenhauses Bethanien versorgen Prof. Dr. Winfried J. Randerath und sein Team Patienten mit Atemwegserkrankungen nach modernsten Standards. Sie setzen mit ihrem erfolgreichen „Solinger Konzept“ Maßstäbe in der Versorgung langzeitbeatmeter Patienten.
Langzeitbeatmete Patienten werden im Solinger Krankenhaus seit 2004 integrativ behandelt. Das Diakonische Werk Bethanien bietet diesen Patienten mit seinem „Solinger Konzept“ vom Weaning auf der Intensivstation über die dauerhafte Einstellung auf invasive und nicht-invasive Beatmungsverfahren bis hin zur häuslichen oder heimstationären Pflege eine umfassende Betreuung. „Unser Konzept ist einzigartig, weil eine lückenlose Versorgung dieser Patienten gewährleistet ist. Wir sind mit anderen Einrichtungen vernetzt. Zum Verbund gehören eine an die Klinik angeschlossene Beatmungspflegestation (Haus Ahorn) im Seniorenzentrum des Diakonischen Werkes Bethanien sowie verschiedene Beatmungspflegedienste. Außerdem arbeiten wir eng mit Hausärzten und Fachärzten zusammen“, erläutert der Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Allergologie und Ärztlicher Leiter des Krankenhaus Bethanien, Prof. Dr. Winfried Randerath, das „Solinger Konzept“. Jährlich werden in der Klinik rund 4.500 Patienten stationär und ambulant versorgt. Dazu gehören mehr als 200 Weaning-Patienten.
Ein innovatives Weaningkonzept
Auf der Intensivstation werden Patienten mit invasiver und nicht-invasiver Beatmung betreut. Die Patienten leiden häufig an komplexen pneumologischen, kardiovaskulären und neurologischen Erkrankungen. Für sie stehen auf der Intensivstation 22 Betten bereit. Viele Langzeitbeatmete können schon nach kurzer Zeit von der Beatmung entwöhnt werden, weil sie nach einem innovativen Weaningkonzept behandelt worden sind. „Der wichtigste Punkt zu Beginn des Weanings ist die Festlegung der geeigneten Weaningstrategie. Dazu gehört sowohl die Analyse der Atempumpe als auch die Differenzierung, ob es sich um eine in erster Linie überlastete Atempumpe oder um eine primär untrainierte und atrophierte Atempumpe handelt. Entsprechend werden die Weaningkonzepte angepasst. Meistens ist es erforderlich, dass zu Beginn des stationären Aufenthaltes eine Reihe von Weaninghindernissen beseitigt werden. Dazu gehört die Anlage einer ausreichend großen Trachealkanüle, die Entlastung von Pleuraergüssen durch Drainagen, Ausgleich von Anämie durch Bluttransfusion, intensive Therapie von Anasarka durch Diuretika und Dialyse sowie nicht selten auch die Behandlung eines Infekts, gegebenenfalls auch einer Sepsis. Auch Mobilisierung des Patienten ist wichtig“, erklärt der Oberarzt, Dr. Sven Stieglitz.
Nach der Entwöhnung von der Beatmung betreut das speziell ausgebildete Fachpersonal auf den peripheren Stationen die Patienten weiter. Es sorgt dafür, dass die Pflege der Patienten zu Hause oder im Pflegeheim gewährleistet ist. In der Lungenfachklinik gibt es fünf Stationen, die insgesamt 100 Betten für Patienten mit Lungen- und Atemwegserkrankungen bereitstellen.
Nie allein zu Hause
Nahe der Klinik für Pneumologie und Allergologie liegt eine Pflegeeinrichtung für Langzeitbeatmete des Diakonischen Werkes Bethanien im Haus Ahorn. Ein intensivmedizinisch qualifiziertes Team betreut hier die Bewohnerinnen und Bewohner, die beatmungspflichtig sind. Selbstbestimmtes Leben und selbstständiges Handeln: Das ist das Ziel, auf welches das pflegerische, krankengymnastische, ergo- und atemtherapeutische Angebot ausrichtet ist. „Die Verzahnung der stationären und ambulanten Beatmungsmedizin ermöglicht auch Weaningstrategien mit langem Zeitfenster. Diese Patienten können vorübergehend im Beatmungspflegeheim weiter betreut werden. Bereits eingeleitete Weaningstrategien werden dort fortgesetzt“, sagt Dr. Sven Stieglitz. Ambulante Pflegedienste arbeiten eng mit der Klinik zusammen.
Diagnostik und Therapie
Die Lungenfachklinik ist mit umfangreicher Lungenfunktionsdiagnostik ausgestattet. Sie umfasst das gesamte Spektrum der pneumologischen Diagnostik einschließlich Spiroergometrie, Rechtsherzkatheter, starrer Bronchoskopie, endobronchialem Ultraschall, Superdimension, Argonplasmabeamertherapie und Thorakoskopie. Zur Fachklinik gehört ein Schlaflabor mit 11 Messplätzen. Die Onkologie mit kompletter invasiver Diagnostik, interventioneller und komplexer Therapie bis hin zur Palliativmedizin gewährleistet eine adäquate Versorgung von Patienten mit Tumorerkrankungen. Infektiologie und Allergologie gehören ebenfalls zum Leistungsspektrum. Das Krankenhaus Bethanien erweitert sein Angebot kontinuierlich. „Ein Ärztehaus mit einer weiteren Bettenstation und eigenem medizinischen Versorgungszentrum sowie einem Tagesrehazentrum befinden sich im Aufbau“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Randerath.
Krankenhaus Bethanien gGmbH
Aufderhöher Straße 169-175
42699 Solingen
Telefon 0212 · 63 00
www.klinik-bethanien.de
Dieser Beitrag stammt aus der AirMediPlus (Ausgabe 3; S.8-9).
Diese Reportage der Asklepios Kliniken behandelt das Thema der Entwöhnung von Beatmungsgeräten.
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