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Beatmungspflegeportal - 12.04.2017

Gemeinsam gegen Tuberkulose

Die Zahl der Tuberkulosefälle in Deutschland ist 2016 weitgehend unverändert gegenüber 2015, damit aber auf ähnlich hohem Niveau wie zuletzt vor etwa zehn Jahren. Im Jahr 2016 wurden dem RKI 5.915 Erkrankungen übermittelt, 2015 waren es 5.852. Das aktuelle Epidemiologische Bulletin widmet sich den Herausforderungen einer modernen Tuberkulosekontrolle in mehreren Beiträgen. Eine ausführliche Bewertung der Tuberkulosesituation für das Jahr 2015 enthält der Ende 2016 vom RKI veröffentlichte Jahresbericht.

Eine aktive Fallsuche ist essentiell, um Erkrankungsfälle und Neuinfektionen zu finden und eine Verbreitung zu vermeiden. Das Gesundheitsamt ermittelt enge Kontaktpersonen von Patienten mit infektiöser Lungentuberkulose und veranlasst bei Bedarf eine weitergehende Untersuchung oder präventive Therapie. Zudem ist es gesetzlich vorgeschrieben, bestimmte Bevölkerungsgruppen, darunter Asylsuchende, bei Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung zu untersuchen. Ein negativer Befund schließt jedoch eine spätere Erkrankung an Tuberkulose nicht aus. Das frühzeitige Erkennen der Tuberkulose bei Patienten, die sich wegen Krankheitszeichen in ärztliche Behandlung begeben, ist daher eine wichtige Säule der Tuberkulosekontrolle. Ärzte sollten daher immer eine Tuberkulose in Betracht ziehen bei Personen mit entsprechenden Symptomen oder besonderen Risiken für eine Erkrankung. Zu den Risikogruppen zählen zum Beispiel Obdachlose oder Personen aus Regionen mit hoher Tuberkuloserate.

Tuberkulose ist in den meisten Fällen gut behandelbar und heilbar. Das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose stellt im Epidemiologischen Bulletin die neuen Leitlinien zu Diagnostik, Therapie und Prävention der Tuberkulose im Erwachsenenalter vor. Erstmals werden in Kürze auch eigene Leitlinien für Kinder und Jugendliche verfügbar sein. Die Leitlinien wurden gemeinsam mit vielen medizinischen Fachgesellschaften erarbeitet.

Quelle