Donnerstag 19.10.2017 03:41
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Beatmungspflegeportal - 27.09.2017

Frühgeburt hinterlässt Spuren im Kleinhirn

Bei zu früh geborenen Babys unterscheidet sich das Kleinhirn auch zum Datum des errechneten Geburtstermins noch deutlich von dem normalgeborener Babys. Forscher berichten, dass bestimmte Stoffwechselprodukte auf eine geringere Integrität der Nervenzellen deuten. Gleichzeitig wurde auch bewiesen, dass das Gehirn aktiv versucht diese Defizite auszugleichen.

Frühgeborene sind bei der Geburt noch nicht vollständig entwickelt, das gilt auch für ihr Gehirn. Ihr Körper ist auf das Leben noch nicht vorbereitet, oftmals können sie noch nicht selbständig atmen oder trinken. Diese Unterentwicklungen wirken sich auch auf das spätere Leben aus. Studien zeigen, dass Frühgeborene anfälliger für bestimmte Krankheiten sein können, häufiger bei der motorischen Entwicklung hinterherhinken und beim Lernen in der Schule langsamer sind als gleichaltrige Klassenkameraden. Diese Defizite führten Wissenschaftler bisher unter anderem auf Veränderungen im Großhirn zurück. Die Rolle des Kleinhirns hingegen wurde in der Forschung bislang kaum untersucht. Deshalb haben Catherine Limperopoulos vom Children's National Health System in Washington DC und ihre Kollegen sich jetzt diesem Teil des Gehirns gewidmet.

Das Kleinhirn ist vor allem für die Koordination von Bewegungen und für die Feinmotorik zuständig. Mithilfe einer Form der Magnetresonanzspektroskopie, die die Konzentration bestimmter Moleküle im Gehirn darstellen kann, untersuchten sie dafür 61 gesunde, zum normalen Termin geborene Babys und 59 Kinder, die in der 32. Schwangerschaftswoche oder früher geboren wurden. Bei den Normalgeborenen führten die Wissenschaftler die Untersuchung kurz nach der Geburt durch, bei den Frühchen dagegen erst um den Zeitpunkt des errechneten Geburtstermins herum.

Das Ergebnis zeigte, dass die Neuronen bei zu früh geborenen Babys in ihrer Funktionsweise noch beeinträchtigt zu sein scheinen und insgesamt wohl weniger robust und anfälliger sind als die von Normalgeborenen. Gleichzeitig wurde festgestellt dass der Stoffwechsel und das Wachstum der Zellen auf Hochtouren laufen. So werden z. B. zerstörte Zellbestandteile überraschend schnell abgebaut und durch neue ersetzt.

Diese Ergebnisse zeigen, dass Unterbrechungen der normalen Entwicklung und des Wachstums  des Gehirns  zu Kompensationsmaßnahmen führen. Das Gehirn versucht die Unterentwicklung auszugleichen indem bestimmte Zellen schneller produziert werden als üblich. Das Forscherteam hofft, dass diese Ergebnisse zu Behandlungsansätzen führen, die dem Gehirn von Frühchen die Möglichkeit bieten, sich so normal wie möglich zu entwickeln. Allerdings sagen die Forscher auch, dass noch weitere Untersuchungen nötig sind, um diese Ergebnisse besser beurteilen zu können.

Quelle