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Beatmungspflegeportal - 23.11.2012

DGIM-Studie deckt auf: Es fehlen rund 400 Intensivmediziner

Die Anzahl der Intensiv-Betten in Krankenhäusern ist in den letzten 20 Jahren stetig gestiegen; gegenwärtig werden jährlich insgesamt rund zwei Millionen Patienten intensivmedizinisch behandelt. Gleichfalls fehlen, nach einer aktuellen Studie der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), auf den internistischen Intensivstationen knapp 400 Ärzte mit einer angemessenen Zusatzqualifikation: Internistische Intensivmedizin. Nach Maßgaben des DGIM genüge die intensivmedizinische Ausbildung im Rahmen der Facharztausbildung zum Internisten den hohen Anforderungen an Ärzte auf Intensivstationen nicht.

Der DGIM führt aus, dass intensivmedizinische Verfahren in den letzten 20 Jahren wesentlich komplexer und spezialisierter geworden sind, und Intensivmediziner gleichfalls das Leben immer älterer und schwerer erkrankter Menschen verlängern. So habe es in den letzten 20 Jahren einen immensen medizin-techischen Fortschritt gegeben; zudem begründe eine zunehmend älter werdende Gesellschaft, die sich auch in den Krankenhäusern widerspiegelt, die gegenwärtige Realität auf den Intensivstationen. „Die intensivmedizinische Behandlung akuter Funktionsstörungen innerhalb der ersten Stunden und Tage des Patienten in der Klinik ist entscheidend für den weiteren Krankheitsverlauf und oft dessen Überleben“, betont Professor Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel in einer aktuellen Pressemitteilung. Und solche Akutbehandlungen setzten ein ausreichend geschultes Team voraus: einen leitenden Arzt mit der Zusatzbezeichnung Internistische Intensivmedizin, weitere Ärzte und Intensiv-Pflegekräfte, die zusammen (im Schichtsystem) 24-Stunden am Tag den Patienten behandeln und pflegen können.

Hintergrund / Ergebnisse der Studie der DGIM

Unter der Federführung des Pneumologen und Intensivmediziners von der Medizinischen Hochschule Hannover, Professor Dr. Tobias Welte, hat die Task Force internistische Intensivmedizin der DGIM, die Struktur der internistischen Intensivmedizin in Deutschland untersucht; die Ergebnisse wurden kürzlich im „Survey Internistische Intensivmedizin“ veröffentlicht. Laut Studie ist auf rund einem Drittel der Intensivstationen für Innere Medizin kein ausreichend qualifizierter Arzt verfügbar - dies entspricht etwa 400 fehlenden Intensivmedizinern.

Da es in über 40 Prozent der Kliniken keine zur Weiterbildung ermächtigten Ärzte gäbe, wie der DGIM erklärt, fordert die Gesellschaft mehr Weiterbildungsstellen einzurichten. Ebenso drängt auch der Gesetzgeber ab 2013 in die selbe Richtung, da im kommenden Jahr die 24-stündige Überwachung und Behandlung von intensivpflichtigen Patienten nach Operationen nur noch erstattet wird, wenn ein Facharzt mit der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin die Station leitet.

Eckdaten zur Studie

Survey Internistische Intensivmedizin – Struktur der stationären Versorgung und Leistungsangebote der Internistischen Intensivmedizin in Deutschland; Tobias Welte, Hendrik Lehnert, Jürgen Schölmerich und Michael Buerke. Deutsche Medizinische Wochenschrift 2012; 137: DOI 10.1055/s-0032-1327243

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