Freitag 21.07.2017 06:46
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Beatmungspflegeportal - 18.06.2017

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

Die kleine Michalina Binek kam im Dezember 2016 mit einem mehrfachen komplexen Herzfehler auf die Welt. In ihrer Heimat Polen konnten die Ärzte dem Mädchen nicht helfen und schickten es deshalb ins Universitätsklinikum Münster zu Prof. Edward Malec, Chefarzt der Abteilung für Kinderherzchirurgie. Er operierte den Herzfehler erfolgreich. Trotzdem konnte das Mädchen auch in den Wochen nach der OP nicht selbstständig atmen, da das Bronchialsystem nach der Herzoperation stark komprimiert wurde.

Die einzig denkbare Lösung war das Einsetzen eines Stents, der die Bronchialwege offenhalten sollte. In einem erneuten Eingriff werden bronchiale Stents normalerweise in Abständen von sechs bis acht Wochen gewechselt. Da der Eingriff allerdings mit einigen Komplikationen verbunden ist, haben sich die behandelnden Ärzte für ein selbstauflösendes Implantat entschieden. Bei einem so kleinen Kind wurde in Deutschland noch nie ein selbstauflösender Stent verwendet. Weltweit gibt es auch nur einen Hersteller solcher spezieller Stents, dieser lieferte ein maßangefertigtes Modell geordert, das eigentlich für die Anwendung in der Speiseröhre entwickelt wurde, aber auch im Bronchialsystem verwendet werden kann. Mitte April setzte Mohr Michalina das Implantat ein.

Heute ist Michalina die Beatmungsschläuche los. Der Stent in ihren Bronchien sitzt gut, muss aber trotzdem möglicherweise nach der Auflösung ersetzt werden. Doch das Komplikationsrisiko ist minimiert, weil er einfach immer wieder an dieselbe Stelle gesetzt werden kann.

Quelle