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Beatmungspflegeportal - 03.03.2015

Critical-Illnes Polyneuropathie als Folge der künstlichen Beatmung

Häufig müssen Patienten auf der Intensivstation künstlich beatmet werden. Je länger dies nötig ist, desto wahrscheinlicher ist das Risiko eine Critical-Illnes Polyneurophatie (CIP) zu bekommen. Bei dieser Krankheit erleidet der Körper schleichende Lähmungserscheinungen, die Hände, Füße, Beine und das Zwerchfell und somit die Atmung betreffen. Dieser Vorgang geschieht allerdings so schleichend, dass zunächst weder der Patient noch die behandelnden Ärzte etwas von der Krankheit mitbekommen. Dies liegt daran, dass die Erkrankung auftaucht, wenn der Patient nach einem Unfall im Koma liegt oder mit einer Sepsis um sein Leben ringt.

Nach aktuellen Studien liegt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der zwei Wochen lang künstlich beatmet wird, an Critical-Illnes-Polyneuropatie zu erkranken bei bis zu 50%. Wird der Patient über drei Wochen Beatmet steigt die Wahrscheinlichkeit auf 90%.

Wie genau die Nerven bei einer CIP geschädigt werden ist noch unklar. Für lange Zeit kannte man dieses Krankheitsbild gar nicht, da die Patienten vorher verstarben. Außerdem ist dies oft nicht die einzige Komplikation, die auf der Intensivstation auftritt, wodurch es schwieriger ist, den Grund für diese Krankheit herauszufinden. Vermutet wird allerdings, dass körpereigene Botenstoffe die Nervenschädigungen verursachen. Wie genau dies geschieht, ist allerdings unklar. Derzeit kann man nur die Risikofaktoren versuchen zu kontrollieren. Allerdings ist es nicht möglich die Beatmungszeit einfach so zu verkürzen.

Allerdings können nach zwei Monaten die meisten Patienten wieder mit dem Rollator laufen und bei der Hälfte der Patienten bilden sich die Symptome innerhalb weniger Monate vollkommen zurück. Allerdings gibt es auch Patienten, die dauerhaft ausgeprägte Lähmungserscheinungen davontragen.

Quelle